Krankenhaus in Ghana
Durch einen Zufall hat der Malermeister und Geschäftsführer vom Malerbetrieb Wilp 2019 von dem Projekt erfahren: „Ich habe Dr. Samuel Okae, den Bauherren, auf einer privaten Veranstaltung kennengelernt, und er hat mir von dem Projekt erzählt. Ich war sofort begeistert.“
Solidaritätskrankenhaus
Entstehen soll ein Solidaritätskrankenhaus. Ärzte aus Deutschland sollen zum einen wohlhabende Ghanaer behandeln, aber auch Kinder werden medizinisch betreut – kostenlos. So das Konzept von Dr. Samuel Okae. Er stammt aus Ghana, studierte an der Charité in Berlin und arbeitet nun in Dortmund. Seine Urlaubstage spart er auf, um mehrere Wochen nach Ghana zu fliegen. „Er tauscht den weißen Kittel gegen den blauen Arbeitsanzug. Seit zehn Jahren hat er keinen richtigen Urlaub mehr gemacht“, berichtet Wilp, für den der Arzt ein echtes Vorbild ist. „Es gibt keinen Rettungswagen; ein Arzt ist für 100.000 Patienten da. Die ärztliche Versorgung in Ghana ist gleich Null.“ Eine Woche haben Wilp und Okae nun gemeinsam in Ghana verbracht. Hendrik Wilp ist nach Afrika geflogen, um auszumessen, wie viel Farbe für den Bau benötigt wird. Auch darüber hinaus hat er mit angepackt: Putzarbeiten gemacht, abgedichtet und beim Fenstereinbau geholfen. Er war zum ersten Mal in Afrika: „Es ist eine ganz andere Welt.“ Wilp versucht Struktur in den Innenausbau des dreistöckigen Krankenhauses zu bekommen – und die Materialien günstig zu organisieren. Die Farbe spendet er.
Helfer auf der Baustelle
Über Weihnachten will Hendrik Wilp erneut für zwei Wochen nach Accra. „Ich will den Jungs nicht die Arbeit wegnehmen, sondern sie einweisen. Hilfe zur Selbsthilfe.“, sagt er. Zurzeit malochen knapp 18 Helfer auf der Baustelle. Wilp will ihnen zeigen, wie man mit Farbe umgeht, damit sie den Rest alleine gewuppt bekommen.
Mit motivierenden Sprüchen wie: „Wir schaffen das“ oder „Was nicht passt, wird passend gemacht“ läuft der Doktor, wie Okae auf der Baustelle genannt wird, umher, um die Leute zu motivieren, berichtet Wilp. „Ich bewundere seinen Optimismus und seine Aufopferung.“ Wenn‘s nach dem Arzt geht, soll das Krankenhaus im kommenden Jahr eröffnen. „Vielleicht ist mit Hängen und Würgen Ende nächstes Jahr das Erdgeschoss fertig. Für alles brauchen sie sicher noch zwei Jahre“, so Wilps Einschätzung. Spätestens zur Eröffnung möchte der Emsdettener das Projekt, das ihm ans Herz gewachsen ist, wieder besuchen. Er schließt nicht aus, sich auch künftig an Projekten in Afrika zu beteiligen, denn: „Wenn wir die Welt retten wollen, dann müssen wir in Ländern wie Afrika anfangen.“
Update: 01.011.2025 Feierliche Eröffnung.
Weitere Infos:
www.krankenhaus-ghana.com





